Die Vergasung von Biomasse ist ein besonders sinnvoller Weg ihrer Nutzung. Der Teergehalt im erzeugten Gas aus Stoffen wie Holz, Rinde, Sägemehl und Stroh spielt stets eine wichtige Rolle, denn ein hoher Teergehalt schließt bestimmte Möglichkeiten der Weiterbehandlung des erzeugten Gases aus. Aus diesem Grund wird mit großem Aufwand ein Gas mit niedrigem Teergehalt angestrebt. Hohe Konzentrationen an Wasserstoff und Kohlenmonoxid erweitern die Nutzungsmöglichkeiten des erzeugten Gases zusätzlich. In einem Reaktor durchgeführte Versuche zur Plasmavergasung von Holz, Rinde, Sägemehl und Stroh und die anschließenden Messungen des Teergehalts bestätigten, dass der Reaktor für diesen Zweck uneingeschränkt geeignet ist – vor allem wegen des äußerst geringen Volumenstroms des aus Argon, Wasserstoff und Sauerstoff bestehenden Plasmas und seiner hohen Innentemperatur. Die Bestimmung von Benzol und Toluol in der Gasphase ergab sehr niedrige Teerkonzentrationen, überwiegend unter 10 mg/Nm³.
Mikrowellenplasma-Technologie
Mikrowellenplasma ist eine Kombination von Mikrowellenentladungen, die durch elektromagnetische Wellen mit Frequenzen über 300 MHz erzeugt werden. Zur Erzeugung der Mikrowellenentladungen dienen Plasmageneratoren, sogenannte Plasmatrons, die die elektromagnetische Energie in das Entladungsvolumen einkoppeln. Die Erzeugung von Mikrowellenplasma erfordert spezielle Einrichtungen – einen Mikrowellenoszillator, ein Magnetron und Hohlleiterkomponenten –, mit denen sich im Entladungsvolumen (Resonator) ein elektromagnetisches Feld mit einer Feldstärke von über 30 kV pro cm aufbauen lässt. Dies führt wiederum zum Erreichen der Durchschlagspannung und zur lawinenartigen Ionisation des plasmabildenden Gases (Luft, Wasserdampf, Inertgase, Wasserstoff, Sauerstoff usw.) sowie zur Bildung einer Plasmaballung. Dem Bereich der „Plasmaverbrennung“, dem sogenannten Plasmoid, wird mithilfe einer gerichteten Strömung des plasmabildenden Gases die Form einer Fackel (Plasmastrahl) gegeben, die aus dem Plasmatron herausgeführt wird. Damit wird ein doppelter Effekt erzielt: der Schutz des Plasmatrons vor Überhitzung und Zerstörung sowie ein leistungsfähiges Werkzeug für die intensive Hochtemperaturbehandlung organischer und anorganischer Stoffe.

